Erfolgreicher Konferenz-Sommer 2026: Wir sind auf der DESRIST, ECIS und HHAI vertreten!

Wir freuen uns sehr, einen äußerst erfolgreichen Konferenz-Sommer ankündigen zu dürfen! In den kommenden Monaten wird unser Team gleich sechs neue Forschungsbeiträge auf internationalen Fachkonferenzen präsentieren und zur Diskussion stellen. Unsere Publikationen erstrecken sich in diesem Jahr über die DESRIST, die ECIS sowie die HHAI.
Hier ist ein Überblick über unsere anstehenden Präsentationen:
ECIS 2026 in Mailand, Italien (15.-17. Juni 2026)
Die European Conference on Information Systems (ECIS) ist eine renommierte Konferenz im Bereich der Wirtschaftsinformatik und wird im VHB-Rating 2024 mit „A“ eingestuft. Im CORE-Ranking wurde die ECIS zuletzt im Jahr 2020 mit „A“ bewertet.
- Nebel, M., Speckmann, P., Ciftci, S.A., Janiesch, C. (2026). „Standing on the Shoulders of Paperclips: A Taxonomy of Human-centered AI Systems“.
Human‑centered AI systems gewinnen zunehmend an Bedeutung, werden in Forschung und Praxis jedoch häufig uneinheitlich beschrieben. Zur systematischen Einordnung entwickelten wir eine Taxonomie, die auf einer Analyse von IT‑Artefakten aus der Literatur basiert und solche Systeme entlang von 10 Dimensionen mit insgesamt 37 Charakteristika beschreibt. Dabei greift die Taxonomie das Spannungsfeld zwischen der durch Gestaltung und Auftreten eines AI‑Systems erzeugten Erwartung an dessen Kompetenz und den tatsächlich vorhandenen Fähigkeiten auf und strukturiert zentrale Eigenschaften human‑zentrierter AI‑Systeme wie Autonomie, Entscheidungsautorität, Personifizierung oder Erklärbarkeit.
DESRIST 2026 in Münster, Deutschland (08.-10. Juni 2026)
Die International Conference on Design Science Research in Information Systems and Technology (DESRIST) ist das zentrale Forum für gestaltungsorientierte Forschung (Design Science) in der Wirtschaftsinformatik. Wir sind stolz darauf, in diesem Jahr gleich mit vier Beiträgen vertreten zu sein:
- Speckmann, P., van der Staay, A., Markic, M., Kelch, Y., Nebel, M., Poeppelbuss, J., Janiesch, C. (2026). „"Do AI Yourself": Designing a Toolbox to Empower Small- and Medium-Sized Enterprises to Embrace AI-as-a-Service“.
In diesem Paper entwickeln und evaluieren wir im Rahmen eines Design-Science-Ansatzes eine interaktive Toolbox, die kleine und mittlere Unternehmen dabei unterstützt, AI-as-a-Service-Anwendungen eigenständig zu identifizieren, zu bewerten und umzusetzen. Die Toolbox kombiniert Bausteine wie AI-Literacy, strategische Bewertung, archetypische Use Cases, Geschäftsmodellentwicklung und regulatorische Einordnung, um Unternehmen bei einer reflektierten und wertschöpfenden AI-Adoption zu unterstützen. - Dasmann, L., van der Staay, A., Janiesch, C. (2026). „Design Knowledge for Ethical Use of AI in Emergency Medical Dispatch Systems“.
Das Paper untersucht den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Emergency Medical Dispatch Systemen (Notfallmedizin-Systemen) und analysiert die damit verbundenen ethischen Herausforderungen in einem sicherheitskritischen Kontext. Im Fokus steht die Entwicklung praxisnaher und wissenschaftlich fundierter Leitlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von KI, insbesondere im Hinblick auf Transparenz, Fairness und Verantwortlichkeit. Ziel ist es, eine vertrauenswürdige Integration von KI in die Entscheidungsprozesse der Notfallleitstellen zu ermöglichen. - Demircan, F., Nebel, M., Janiesch, C. (2026). „Design Principles for Ethical Automated Mental Workload Monitoring in the Industrial Internet of Things“.
Automatisierte Systeme zur Überwachung mentaler Arbeitsbelastung im Industrial Internet of Things werfen zahlreiche ethische Fragestellungen auf. Im Rahmen eines Design-Science-Ansatzes entwickelten wir Designprinzipien, die zentrale Anforderungen wie Datenschutz, Transparenz und menschliche Autonomie in konkrete Gestaltungsmechanismen für solche Systeme übersetzen. Die Ergebnisse zeigen, wie Organisationen Technologien zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen einsetzen können, ohne Privatsphäre, Selbstbestimmung und das langfristige Wohlbefinden von Beschäftigten zu gefährden. - Schulte, N., Jeyakumar, I.H.J., Kubach, M., Janiesch, C. (2026). „Beyond the Golden Record: Toward a Design Theory for Trustworthy Master Data Management with Self-Sovereign Identity“.
Das Paper adressiert die anhaltende Herausforderung unzuverlässiger Stammdaten in Unternehmen, die bis heute häufig durch strategisch riskante Abhängigkeiten von kommerziellen Datenbrokern kompensiert wird. Dazu haben eine Designtheorie für vertrauenswürdiges Stammdatenmanagement auf Basis von Self-Sovereign Identity entwickelt, fundiert durch ein hermeneutisches Literaturreview und Experteninterviews. Die Theorie wird in einer Referenzarchitektur für Datenräume instanziiert und bietet einen Rahmen für zuverlässiges, souveränes und nachvollziehbares Stammdatenmanagement.
HHAI 2026 in Brüssel, Belgien (06.-10. Juni 2026)
Die International Conference on Hybrid Human-Artificial Intelligence (HHAI) ist ein junges und innovatives Forum, das sich der Erforschung von Systemen widmet, in denen Menschen und KI nahtlos und synergetisch zusammenarbeiten.
- Ciftci, S.A. (2026). „Designing Synthetic Work Relationships: An Exploratory Study of Agentic AI Roles, Cognitive Load, and Psychological Need Satisfaction“.
Die zunehmende Integration von KI-Agenten in komplexe Wissensarbeit verändert traditionelle Zusammenarbeitsstrukturen grundlegend und rückt die psychologischen Auswirkungen auf die Beschäftigten in den Fokus. Anhand einer Studie zur Geschäftsprozessmodellierung wird analysiert, wie unterschiedliche Rollen dieser KI-Agenten, vom zuarbeitenden Assistenten bis hin zum anweisenden Supervisor, die kognitive Belastung und die Erfüllung psychologischer Grundbedürfnisse wie menschliche Autonomie beeinflussen. Die Ergebnisse decken die Zielkonflikte dieser neuen Arbeitsdynamik auf und liefern praktische Implikationen für die Gestaltung zukünftiger Mensch-KI-Partnerschaften, um technologische Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden besser in Einklang zu bringen.